| ... ist, neben den geologischen
und edaphischen Faktoren, geprägt von dem für
Rheinhessen typischen, besonders trockenwarmen
Klima, gekennzeichnet durch Niederschlagsarmut
und lange Sonnenscheindauer, wobei kräftige
Winde aus westlicher Richtung dem Sommerregen
entgegenwirken. Es ermöglicht das Vorkommen
einer großen Zahl seltener Pflanzenarten, für
welche die besonderen Naturräume des nördlichen
Rheinhessens weithin berühmt sind. Auf der
Hochfläche des Laurenziberges begegnet man einer
charakteristischen rheinhessischen
Kulturlandschaft, bunt und vielfältig durch das
Nebeneinander von Feldern, Obstbaumfluren und
randlichen Weinbergen. Besonderheiten der
heimischen Ackerwildkrautgesellschaften sind vor
allem der Frauen- oder Venusspiegel, Acker-Rittersporn,
Acker-Leimkraut, Sandmohn, Acker-Steinsame, die
Echte Kamille und die Kornblume. Stark gefährdet
sind Gelber Günsel, Blauer Gauchheil und die
heute sehr seltene Kornrade. An Wegrainen, Böschungen
und in den Heckensäumen wachsen die Golddistel,
Färber-Hundskamille, Dürrwurz, Sichelblättriges
Hasenohr, Großer Ehrenpreis und Acker-Wachtelweizen,
daneben Feld-Mannstreu, Sichelmöhre und die
Rheinische Flockenblume.
Naturnahe Lebensräume finden sich noch in den
beiden östlich anschließenden Nebentälern des
Welzbaches, dem Eckelsbach- und dem Dünbachtal.
Neben den zahlreichen Weinbergen, in welchen im
Früjahr der Acker-Gelbstern, Doldiger Milchstern
und die Weinbergs-Träubelhyazinthe zu bewundern
sind, kann man in den Hängen auch Seltenheiten
wie den Deutschen Alant, Purpur-Sommerwurz,
Runder Lauch, Dornige Hauhechel und die Wollköpfige
Distel entdecken, vereinzelt auch Wiesen-Salbei
und die Bienen-Ragwurz. An den sonnigen Mauern
zeigen sich die Sprossende Felsennelke, Silber-Fingerkraut
und Wilder Majoran, Bärenschote und die
Bibernell-Rose. Auf halber Höhe der Hänge
fallen die charakteristischen Quellbereiche auf,
welche zahlreiche feuchteliebende Pflanzen
beherbergen, so den Bittersüßen Nachtschatten,
Gänse-Fingerkraut, Wilde Karde, Zottiges Weidenröschen
und den Arznei-Baldrian, sowie auch Blaugrüne
Binse und den Sumpf-Schachtelhalm. In den Wiesen
des Talgrundes erscheinen Herbstzeitlose, Wiesen-Storchschnabel
und Gold-Kälberkropf, am Bachrand unter anderen
auch Sumpf-Kratzdistel, Wasserdost und
Blutweiderich.
Wertvollstes Kleinod des Naturraumes ist das nördlich
gelegene Naturschutzgebiet am Jakobsberg bei
Ockenheim. Es beherbergt im besonderen die vielfältigen
Arten der einzigartigen nordrheinhessischen Kalk-Halbtrockenrasen.
Um nur einige wenige aufzuzählen, seien Küchenschelle,
Fransenenzian und Kalk-Aster, Hirschwurz,
Augentrost, Arznei-Thymian sowie die zahlreichen
Orchideen wie Helm-Knabenkraut, Mücken-Händelwurz
und Hummel-Ragwurz genannt. Die größte
Besonderheit aber ist das weiße Apenninen-Sonnenröschen
unterhalb des Friedenskreuzes. Einmalig prägend
sind hier vor allem die Wechselfeuchtezeiger der
Quellhorizonte, so das Echte Tausendgüldenkraut,
die Spargelbohne, Roter Zahntrost, Knollige
Kratzdistel und der Weidenblättrige Alant. Wagt
man sich in die buschigen Hänge, so findet man
in den feuchten Bereichen auch Christophskraut, Färber-Scharte
und die Türkenbund-Lilie, Großes Flohkraut, Roß-Minze
und eine bleiche Orchidee, die Vogel-Nestwurz.
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